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Für Anwender von WIN-XP gibt es bereits eine kostenlose Videobearbeitungs-Software, die man von der Microsoft-Website herunterladen kann: den Movie-Maker. Natürlich spielt der Movie-Maker nicht in der gleichen Liga wie die großen Video-Bearbeitungs-Programme. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind beschränkt.

Leute, die sich etwas intensiver mit dem Medium “Video” auseinandersetzen wollen, werden daher trotzdem zu “erwachsenen” Programmen greifen. Die Bedeutung der Software für die tägliche (oder auch eher gelegentliche) Videobearbeitung ist nicht zu unterschätzen.

Am besten ist es, wenn man Software und Hardware als Bundle-Angebot kauft, dann kann man im allgemeinen davon ausgehen, dass das System (besser) funktioniert. Außerdem ist Video-Software im Bundle mit Hardware zum Teil unverhältnismäßig preiswert (bzw. umgekehrt: die Software einzeln unverhältnismäßig teuer). Im Bundle ist Videobearbeitungs-Software oft weit mehr als 50 % billiger zu haben. Wahrscheinlich ist ein Grund für diese Preispolitik der, dass die Hersteller bei zueinander passender Hard- & Software von zuverlässigerer Funktionalität, weniger Reklamationen und daraus resultierend: geringeren Folgekosten ausgehen.

Bei der Software ist zu unterscheiden:

1. Treiber und ggf. Software-Codec für die Schnittkarte

2. Capture- bzw. Batch-Capturing-Tools

3. die eigentliche Videobearbeitungssoftware, die zum Teil wieder in Unterprogramme unterteilt ist:

a) Schnittprogramm für Schnitt und Montage der verschiedenen Video-, Bild-, Titel- und Audio-Clips (die kurzen Film- und Tonschnipsel, aus denen das Projekt besteht, werden Clips genannt),

b) Titel- bzw. Textprogramm zum Erstellen von Schriften, die im  Schnittprogramm in das Videobild eingeblendet werden können,

c) Audio-Editor zum Aufnehmen und Bearbeiten von Sprache, Musik und Geräuschen.

Ad 1 - Treiber und Codec) Es gibt Firewire-Karten, bei denen keine eigenen Treiber mitgeliefert werden, die also mit den Standard-Firewire-Treibern von Microsoft oder Texas Instruments auskommen (müssen). Andere, sogenannte DV-Karten, sind mit speziellen DV-Treibern ausgestattet und im allgemeinen deutlich betriebssicherer.

Zum Teil verwenden diese DV-Karten eigene Codecs. Ein Codec (Kodierer/Dekodierer) ist ein Unterprogramm, das sich im System installiert und  analoge Signale in digitale (bei DV-Karten in das spezielle DV-Format) wandelt und umgekehrt. Die Qualität dieses Codecs hat Auswirkungen auf das berechnete Bildsignal (bei Effekten) und auch auf die Schnelligkeit dieser Berechnungen.

Ad 2 - Capturing) Das Überspielen von Video-Signalen vom Camcorder auf die Festplatte nennt man neudeutsch “capturen”. Karten, die mit spezieller Capture-Software ausgestattet sind, sind i.a. deutlich bedienungsfreundlicher und zuverlässiger, das Mithören und Kontrollieren des Tons ist z.B. bei einigen reinen Firewire-Lösungen nicht möglich!

Bessere Software enthält auch ein Batch-Capturing-Modul. Ein solches Modul kann meist selbständig die Szenenanfänge aller Szenen auf einem Videoband erkennen und stellt diese Szenen übersichtlich in einer Liste dar. In dieser Liste kann man die Länge der einzelnen Szenen kürzen bzw. einzelne Szenen ganz entfernen. Erst dann überspielt das Batch-Capturing-Modul die in der Liste enthaltenen Szenen auf die Festplatte. Man kommt also ggf. mit deutlich weniger Festplattenplatz aus.

Manche Capture-Programme beherrschen das sogenannte “seamless capturing”. Diese Methode trickst die Windows-eigene Einschränkung aus, keine Dateien über 4 GByte (entspricht ca. 20 Minuten DV-Video) anlegen zu können. Wird die Datei zu groß, werden automatisch Unterdateien angelegt.

Ein wichtiges Kriterium für die mitgelieferte kartenspezifische Software ist, ob es eine Schnittstelle zu 3rd-Party-Programmen (wie Uleads MediaStudio oder Adobes Premiere) gibt. Allerdings funktionieren die Capturing-Module dieser Programme auch mehr oder weniger problemlos mit einfachen Firewire-Karten.

Ad 3 - Videobearbeitung)

a) Beim eigentlichen Schnittprogramm unterscheidet man sogennante Storyboard-Programme auf der einen und Timeline-Programme auf der anderen Seite.

Bei Storyboard-Programmen (untere Preisklasse, z.B. MGI VideoWave, Ulead VideoStudio) ist im Schnittfenster jeweils das 1. Bild einer jeden Szene zu sehen. Storyboard-Programme werden in der Werbung meist als besonders bedienungs- und einsteigerfreundlich dargestellt, was ich persönlich nicht unbedingt nachvollziehen kann. Fest steht jedenfalls, dass ihr Funktionsumfang begrenzt ist.

Bei Timeline-Programmen (oft semiprofessionelles Niveau, z.B. Ulead MediaStudio, Adobe Premiere) sind die Szenen als “Filmstreifen” in verschiedenen Spuren angeordnet, die Länge der Szenen entspricht der horizontalen Länge dieser Filmstreifen. Man kann die Darstellungsgröße beliebig verändern - von der Einzelbilddarstellung (jedes Bild im “Filmstreifen” entspricht einem Bild des Video-Clips) bis zur Darstellung des ganzen Projekts im Fenster. Zur Bedienungsfreundlichkeit: grundlegende Funktionen sind relativ einfach zu erlernen, aber auch in den Umgang mit Übergangseffekten etc. kann man sich m.E. recht rasch einarbeiten.

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Auf der Seite Schnittkarte gibt es weitere allgemeine Hinweise zur Videobearbeitungs-Software. Im Folgenden stelle ich vor allem mein persönliches System vor:

Ich arbeite mit ULeads MediaStudio Pro 6.5 und der Schnittkarte DV Raptor von Canopus. Außerdem besitze ich einen freigeschalteten Sony D8-Camcorder.

Leider muss ich sagen, dass mich die Hersteller Canopus und Ulead nunmehr in eine Sackgasse manövriert haben. Für die Version 7 des MediaStudios gibt es kein PlugIn mehr, das eine komfortable Zusammenarbeit mit den DV-Karten von Canopus (mit ihrem speziellen DV-Codec) ermöglicht. Auch hat es nicht den Anschein, dass sich die Hersteller um eine Lösung für Altkunden bemühen. Meine Empfehlung für die Canopus-Karten muss ich also zurückziehen. Ich würde heute für den DV-Schnitt eine normale Firewire Schnittstelle verwenden.

Meine Empfehlung für das MediaStudioPro (MSP) von Ulead kann ich trotzdem aufrecht erhalten, weil es in seiner neuen Version 7.0 mit einer UVP von 129 € sehr preiswert geworden ist. In seinen Möglichkeiten ist es vergleichbar mit Adobes Premiere, wenn auch die Bedienung von Einigen als komplizierter empfunden wird. Denn das MSP ist aufgeteilt in diverse Teilprogramme (Capture-Modul, Videoeditor ...).

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Wenn ich meinen Mitfilmern mitteilen muss, welche Arten von Video-, Ton- und Bildmaterial sie anliefern können, kann ich also folgendes sagen:

Das System kann im Prinzip alle Video-Formate verarbeiten. Es arbeitet natürlich am besten mit Digital8- (D8)-Cassetten, es können aber auch andere Formate importiert werden - (was Schnelligkeit und Komfort angeht) in dieser Reihenfolge:

    a)Wie gesagt: D8-Cassetten,

    b)(Mini-) DV-Cassetten (Kamera muss zum Überspielen auf die Computer-Festplatte mitgebracht werden),

    c)Hi8- und Video8-Cassetten (können direkt im D8-Camcorder abgespielt werden,

    d)Computerformate wie

    a.Microsoft avi-Dateien (*.avi)

    b.Quicktime Filmdateien (*.mov, *.qt)

    c.MPEG (*.mpg, *.mpeg, *.mpv, *.dat)

    d.Animationsdateien (*.gif sowie Autodesk *.flc, *.fli, *.flx)

    e.Ulead Bildsequenz-Dateien (*.uis)

    f.Ulead CG Infinity-Projekt-Dateien

    g.Ulead Video Paint Dateien

    h.Ulead VideoStudio Dateien

    i.Ulead MediaStudio-Dateien

    (Die Formate a-c müssen im Seitenverhältnis 4:3 vorliegen (das ist das übliche Seitenverhältnis bei TV und Video). Die Formate d-i  können als Projektdateien im MediaStudio geladen werden und werden dort mit den eingestellten Parametern gerendert.

    e)VHS und Super-VHS (bei Super-VHS entsprechenden Recorder zum Überspielen auf die Festplatte bzw. den Digital8-Camcorder mitbringen).

    f)C-VHS und C-Super-VHS (Kamera mitbringen),

Auch die meisten Computer-Bildformate sind problemlos einzulesen (*.jpg, *.gif, *.bmp, *.img, *.pic). Das Bild sollte das Seitenverhältnis 4 : 3 aufweisen , Bilder müssen also unbedingt im Querformat und nicht im Hochformat aufgenommen sein (sonst muss man das TV-Gerät bei der Wiedergabe auf die Seite legen). Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen und man ist auf Bilder im Hochformat angewiesen, müssen sie erst (mit einem Bildbearbeitungsprogramm) ins Querformat konvertiert werden - sonst wird aus der schlankesten Flasche eine dickbauchige. Man sollte die Bild-Dateien möglichst sofort aussagekräftig benennen.

Ton, Musik, Sprache sollte auf Audio-CD, als *.wav, *.mp3-Datei oder auch in den obengenanten Video-Formaten vorgelegt werden.

Am einfachsten kann man Bilder, aber auch Original-Ton und Sprache bzw. Kommentar einbeziehen, wenn man sie bereits mit der Video-Kamera (auf die gleiche Cassette wie die übrigen Szenen) aufnimmt. Insbesondere Kommentar oder sonstige Sprache aus dem Off kann mit der Video-Kamera sehr deutlich und gut verständlich aufgenommen werden, wenn man sich dem Camcorder-Mikrofon bis auf ca. 20 cm nähert.

Wenn man auf einen externen Schnittplatz angewiesen ist, sollte man vor dem Termin für den Schnitt am Computer die Szenen auf der Camera genau angesehen und bereits ausgewählt haben, welche Szenen und Takes man verwenden will. Erstellen Sie eine genaue Schnittliste – und bringen Sie diese zu dem Schnitt-Termin mit. Diese Liste sollte Spalten enthalten für 

    a)die Beschreibung der Szene,

    b)die Nummer des Takes (des Aufnahmeversuchs),

    c)die Auswahl der Szene (ja/nein),

    d)den Anfangs- und

    e)den Endpunkt des Takes (in der Länge, wie Ihr ihn verwenden wollt) nach Zählwerk oder Timecode der Cassette.

Wenn Sie den Camcorder einmal nicht längerfristig zur Verfügung haben, sollten Sie zur Erstellung dieser Schnittliste die Kameraaufnahmen mit eingeblendetem Timecode/Zählwerk (das kann jeder Camcorder) auf ein VHS-Band überspielen. Anhand der Timecode-Werte kann man dann die ausgesuchten Stellen vor dem Schnitt zeitsparend auf die Festplatte überspielen.

 

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