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Schnittkarte

Die Schnittkarte hat die Aufgabe, das Video-Signal vom Camcorder auf die Festplatte zu schaufeln - und möglichst auch wieder zurück.

Grundsätzlich gibt es dazu die Möglichkeit, die Daten

1. analog über eine analoge Capture-Karte oder eine TV-Karte zu übertragen oder

2. digital über eine Firewire- oder DV-Verbindung.

Seit Einführung der DV-Camcorder hat sich die 2. Möglichkeit durchgesetzt. Das hat zwei Gründe:

a) die Firewire-Verbindung ist preiswert, denn die Digitalisierung und (vorsichtige) Komprimierung des Videobildes und der Audiosignale ins standardisierte DV-Format findet berets im Camcorder statt. Ein zusätzlicher Wandler-Baustein im Computer entfällt.

b) Es entstehen keinerlei Kopierverluste. Die durch den Wandlerbaustein im Camcorder digitalisierten Signale gelangen unverändert über den DV-Ausgang des Camcorders auf die Festplatte und - wenn der Camcorder über einen DV-Eingang verfügt - auf dem gleichen Wege wieder zurück.

Heute sind sehr viele Computer bereits mit einer Firewire-Verbindung ausgestattet. Eine eigene Firewire-Karte ist bei solchen Computern gar nicht mehr unbedingt erforderlich.

Für einen Computer, der mit WIN-XP und einer Firewire-Verbindung ausgestattet ist, braucht man nur noch ein Firewire-Kabel, um in allerhöchster DV-Bild-Qualität zu schneiden. Denn die Videoschnitt-Software Movie Maker gibt’s kostenlos von Microsoft als Beilage zu WIN XP. Für das reine Capturing (das Übertragen der Video-Signale von der Camera auf die Festplatte) ist der Movie Maker (Version 2) vollkommen ausreichend. Die wesentlich verbesserte Version 2 des Movie Maker war bis zum Erscheinen des Service Pack 2 für WIN XP von der Microsoft downzuloaden, jetzt ist sie nur noch als Bestandteil dieses SP2 zu haben (was in der Regel nicht unbedingt einen Nachteil bedeutet).

Wenn man sich nicht auf die Möglichkeiten des Movie Maker beschränken will, kann man die mit dem Movie Maker gecapturten Clips natürlich auch in anderer Videobearbeitungs-Software (MediaStudio, Premiere ...) weiterbearbeiten. Allerdings scheint mir das Capture-Modul des Movie Maker z.B. wesentlich komfortabler als z.B. das des MediaStudios.

Noch ein Tipp zum Capturen mit dem Movie Maker: die optimalen Settings für das Capturen erhält man automatisch, wenn man bei laufendem WIN XP die Camera über Firewire anschließt, es öffnet sich sofort ein Fenster, in dem man gefragt wird, ob man von der gerade angeschlossenen Camera mit dem Movie Maker aufnehmen will.

Wichtig ist das Zusammenspiel zwischen Karte und Schnitt-Software. Für etwas ambitioniertere Amateure sind auf jeden Fall die Kombinationen mit den semiprofessionellen Programmen Ulead MediaStudio oder Adobe Premiere zu empfehlen. Das häufig sehr günstig angebotene VideoStudio von Ulead ist demgegenüber recht veraltet und beschränkt.

Es gibt sehr preiswerte Kombinationen von Schnittkarten mit der etwas abgespeckten Version (V.E) des Media Studios. Eine solche ist z.B. die Cameo 400 DV von Terratec. Hier gibt´s einen Testbericht der Zeitschrift Chip zur Terratec-Karte. Die Zeitschrift Video hat der Ausgabe 10/2001 einen Test verschiedener günstiger Karten veröffentlicht.

Die günstigste Bezugsquelle für Videobearbeitungssoftware ist das Bundle mit einer Schnittkarte. Die Preispolitik der Softwarehäuser mutet teilweise recht merkwürdig an: es kann durchaus vorkommen, dass ein Bundle von Hardware und Software um vieles billiger ist als die Software allein. Zum Unterschied zwischen den verschiedenen Versionen des Mediastudios gibt’s eine Übersicht bei Ulead.

Interessante Übersichten über die Funktionen verschiedener Videobearbeitungsprogramme gibt es auf der Ulead-Präsenz (also von offensichlich nicht ganz interessenfreier Seite, wenn auch offensichtliche Falsch-Informationen nicht nachzuweisen sein dürften).

Übrigens: schon die Frage, ob ein DV-Kabel beiliegt, kann bei den Entwicklungen der Preise in der letzten Zeit ein Kaufkriterium sein. Ein DV-Kabel allein kann (zumindest beim Fachhändler/Fachmarkt) 25-50 € kosten, wenn man günstige Quellen findet (z.B. www.reichelt.de - Suchbegriff Firewire Kabel/ IEEE 1394) kann man allerdings auch mit knapp 10 € hinkommen.

Eine empfehlenswerte (Achtung! siehe unten!) Karte mit der umlimitierten Ausgabe von Premiere 6.0 von Adobe (wahlweise auch mit Uleads MediaStudio 6.0) ist auch die EZDV oder Raptor DV von Canopus (gibt’s auch ohne die “große”  Schnittsoftware - der Karte liegt eine einfache und bedienungsfreundliche Schnittsoftware bereits bei). Die Canopus-Karten (die EZDV ist die Einstiegskarte) sind spezielle DV-Karten. D.h. andere Firewire-Komponenten - wie z.B. Festplatten - werden nicht unterstützt, dafür sind die DV-Funktionen optimiert. Gerade für Leute, die nicht mit den Intimitäten des BIOS per Du sind, ist eine Investition in die Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit der Canopus-Karten eine überlegenswerte Alternative.

Zusatz im Oktober 2004: Die Empfehlungen für Canopus muss ich - nach weniger guten Erfahrungen mit dem zwar gutwilligen und engagierten, aber offensichtlich überlasteten Support der Fa. - revidieren. Auch das Canopus-Forum reagiert ganz schnell mit Entzug der Schreiblizenz, wenn man auch nur vorsichtige Kritik übt und versucht, die Firma an ihren eigenen Werbeaussagen zu messen. Außerdem gibt es z.B. für das MediaStudioPro von Ulead kein PlugIn mehr, das eine komfortable Zusammenarbeit mit den Canopus-DV-Karten mit speziellem Canopus-Codec (EZ-DV, DV-Raptor) erlaubt.

Heute ist die Firewire-Technologie so ausgereift, dass es dieser speziellen Dv-Karten nicht mehr bedarf.

Analoge Eingänge verteuern eine Schnittkarte deutlich und überproportional. Legt man gesteigerten Wert darauf, auch analoge Video-Quellen zu importieren (z.B. vom analogen Camcorder des Bekannten oder vom Video-Recorder) kommt man günstiger weg, wenn bereits der Camcorder analoge Eingänge hat (eine Übersicht über Camcorder mit Digital- und Analog-Eingängen gibt’s bei http://www.dv-in.de/dvinfo.html - vgl. auch die Vorstellung meines Systems unter Software). Auf diese Weise nutzt man preisgünstig den ohnehin schon vorhandenen Analog-Digital-Wandler des Camcorders und es können sämtliche Analog-Quellen importiert werden.

Ist der Camcorder beim Schnitt mit der Schnittkarte über das DV-Kabel verbunden, kann man den eingebauten Hardware-Codec des Camcorders zur Darstellung des Vorschaubildes z. B. auf einem externen Monitor nutzen und man kann auch mit einer reinen DV-Karte sehr gut und preiswert arbeiten.

Die Anforderungen, die an die Performance des Computers gestellt werden, sind beim DV-Schnitt nicht besonders hoch. Ein einigermaßen aktueller Rechner mit 128 MB RAM und Pentium III 450 MHz reicht vollkommen aus. Ich selbst habe mit der DVRaptor in einem System mit einem Pentium 166 und 64 MB RAM (allerdings mit SCSI-Platten) ohne Funktions- und Qualitätsprobleme geschnitten - nur  die Berechnung von Effekten etc. dauerte eben etwas länger.

Die Datentransferrate beträgt bei DV ca. 3,6 MB/Sek. Das schafft heute jede aktuelle IDE-Platte, ein SCSI-System ist nicht mehr notwendig.

Allerdings sollte man für die Video-Daten eine eigene Platte mit reichlich Giga-Bytes vorsehen. Gründe:

1. Windows greift im laufenden Betrieb immer wieder auf die Festplatte zu. Dies kann zu Aussetzern im DV-Datenstrom führen, es entstehen “dropped frames” (ausgelassene, aber nicht unbedingt fröhliche Bilder ;-)

2. Eine eigene Festplatte bzw. eigene Partition für Video-Dateien ist besser zu pflegen. Und pflegen bedeutet vor allem: defragmentieren (unter Win 9x: Start -> Programme -> Zubehör -> Systemprogramme -> Defragmentierung). Bei dieser Gelegenheit: defragmentieren sollte man möglichst im abgesicherten Modus. Grund: wenn sämtliche Treiber und Programme, die im Hintergrund laufen, geladen sind, greift Windows oft im laufenden Betrieb auf die Festplatte zu; der Festplatteninhalt verändert sich und das Defragmentierungsprogramm startet neu.

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